Übersicht: Fristen und Pflichten Änderungen im April 2026: Mehr Lohn, Blitzer und Verbote

Neue Regeln, neue Fristen: Der April bringt einige Umstellungen mit sich. Im Bauhauptgewerbe wird eine historische Lohnangleichung vollzogen und die Speedweek steht wieder an. Was sonst noch neu ist? Hier kommt die DHZ-Übersicht mit den Änderungen im April 2026.

Beschäftigte im Bauhauptgewerbe freuen sich über mehr Lohn ab April. Die 2024 beschlossenen Steigerungen erreichen nun im neuen Monat eine Lohnangleichung von Fachkräften in West und Ost. - © blas - stock.adobe.com

Zwischen Umstellung auf Sommerzeit und dem Osterfest liegt der Beginn des neuen Monats. Im April kommen auf Selbständige und Verbraucher aber nicht nur Ferien und hoffentlich frühlingshaftes gutes Wetter zu. Der Monat hat einige wichtige Änderungen im Gepäck: Mehrere Lohnsteigerungen, Teuerungen bei Solarmodulen und der Blitzermarathon stehen an.

Die wichtigsten Änderungen und Fristen im April 2026:

Gleicher Lohn im Bauhauptgewerbe
Mehr Lohn im öffentlichen Dienst
Mehr Geld für Sicherheitskräfte
Lungenkrebs-Früherkennung
Einheitlicher Laptop-Anschluss
Lachgas-Verbot
Blitzermarathon
Teurere Solarprodukte
Schärfere Pyrotechnik-Regeln
Mogelpackungen im Blick
Digitales Grenzsystem
"Miles & More"-Kreditkarte

Ab 1. April: Mehr Lohn im Bauhauptgewerbe und historische Angleichung an Ost und West

Zum 1. April 2026 erreicht das deutsche Bauhauptgewerbe einen historischen Meilenstein: Die vollständige Angleichung der Ost-Löhne an das West-Niveau ist abgeschlossen. Damit tritt im neuen Monat die dritte und finale Stufe des im Jahr 2024 beschlossenen Schiedsspruchs in Kraft. Beschäftigte in den östlichen Bundesländern erhalten nun dieselbe tarifliche Vergütung wie ihre Kollegen im Westen. Flankierend steigen die Löhne im Westen planmäßig um 3,9 Prozent, der Osten entsprechend mehr, um diese Steigerung mit auszugleichen. Auch der Nachwuchs profitiert von dieser Vereinheitlichung, da die Ausbildungsvergütungen bundesweit angehoben werden – im ersten Lehrjahr auf 1.122 Euro.

Mehr Geld für Beschäftigte im öffentlichen Dienst ab April

Ab dem 1. April erhalten rund 925.000 tariflich Beschäftigte der Länder nach der Einigung zwischen Arbeitgebern und Gewerkschaften mehr Geld: Die Löhne erhöhen sich um 2,8 Prozent, aber mindestens um 100 Euro. In 15 der 16 Bundesländer gilt dies, da Hessen separate Verhandlungen führt. Am 1. März 2027 erfolgt die nächste Erhöhung.

Zum 1. April: Mehr Geld für Sicherheitskräfte an Flughäfen

Die Gehälter für rund 25.000 Sicherheitskräfte an Flughäfen steigen zum 1. April 2026 flächendeckend. Die Erhöhung ist Teil eines im April 2025 zwischen dem Arbeitgeberverband BDLS sowie den Gewerkschaften ver.di und dbb ausgehandelten Tarifvertrags. Die Stundenlöhne klettern pauschal um 1,00 Euro, was je nach Entgeltgruppe einem Zuwachs von bis zu 10 Prozent entspricht: In der Fluggastkontrolle auf 25,00 Euro, in der Personal- und Warenkontrolle auf 24,09 Euro und für einfache Servicetätigkeiten auf 17,38 Euro.

Kostenlose Lungenkrebs-Früherkennung ab April

Ab dem 1. April haben starke Raucherinnen und Raucher Anspruch auf eine jährliche kostenlose Lungenkrebs-Früherkennungsuntersuchung. Aktive sowie ehemalige Raucher im Alter von 50 bis 75 Jahren haben künftig die Möglichkeit, sich einmal jährlich mittels Niedrigdosis-Computertomographie (NDCT) untersuchen zu lassen. Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen die Kosten für diese Leistung.
Bis man einen Termin erhält, könnte es jedoch noch eine Weile dauern. Ärztinnen und Ärzte, sowie Radiologinnen und Radiologen benötigen hierfür eine spezielle Weiterbildung; für Letztere ist zusätzlich eine Genehmigung erforderlich, wie der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) bekanntgab.

Ab 28. April: Pflicht für USB-C-Ladebuchse bei Laptops

Laptops, die in der EU angeboten werden, müssen ab dem 28. April zwingend mit einem USB-C-Ladeanschluss ausgestattet sein. Für Kleingeräte wie Smartphones und Handys ist dies bereits seit Ende 2024 in Kraft, während für Laptops eine längere Übergangszeit galt. Selbst wenn Geräte mehr als die über USB-C möglichen 240 Watt benötigen, müssen sie den USB-C-Anschluss zumindest als zusätzliche Buchse aufweisen.

Lachgas-Verbot für Minderjährige ab 12. April

Ab dem 12. April ist es Minderjährigen bundesweit untersagt, Lachgas zu erwerben oder zu besitzen. Der Online-Handel mit Lachgas sowie der Kauf an Automaten werden dann generell verboten. Der Hintergrund: Insbesondere für Personen unter 18 Jahren ist der Lachgasgebrauch mit gravierenden gesundheitlichen Folgen verknüpft, die von Ohnmacht bis zu irreversiblen Nervenschäden reichen. Auch für die als K.-o.-Tropfen bekannten Substanzen Gamma-Butyrolacton (GBL) und 1,4-Butandiol (BDO) gelten strenge Vorschriften.

Im April: "Speedweek" für mehr Verkehrssicherheit

Im April steht wieder die "Speedweek" an, eine Aktionswoche zur Förderung der Verkehrssicherheit. Die Polizei will vom 13. bis 19. April mit vermehrten Radarkontrollen die Autofahrer daran erinnern, sich an die bestehenden Geschwindigkeitsvorgaben zu halten. Der bundesweite Aktionstag am Mittwoch, 15. April, stellt den Höhepunkt dar. Laut Informationen des ADAC nehmen voraussichtlich 15 von 16 Bundesländern daran teil. Einzig das Saarland scheint demnach seine Prioritäten bei der Polizeiarbeit anders zu setzen.

Auch europäische Länder waren in den vergangenen Jahren an den Aktionen beteiligt. Das europäische Verkehrspolizei-Netzwerk Roadpool koordiniert die Aktionen. Tschechien und Kroatien beispielsweise haben ihre Teilnahme bereits angekündigt.

PV-Module, Balkonkraftwerke & Co. können ab April teurer werden

Wer PV-Module, einen Batteriespeicher oder ähnliche Produkte von chinesischen Herstellern einkauft, der muss womöglich ab April tiefer in die Tasche greifen. Denn zum 1. April 2026 streicht die chinesische Regierung die staatliche Mehrwertsteuer-Rückerstattung auf den Export von Photovoltaik-Produkten vollständig. Bisher lag der Erstattungssatz bei 9 Prozent.Damit wurde bislang der Absatz angekurbelt und die Produkte auf dem Weltmarkt subventioniert. Für die Hersteller verteuert sich damit deren Produktion. Laut Schätzungen können Verbraucher mit einem Preisanstieg um rund 10 Prozent rechnen.

  • PV-Produkte: Betroffen sind über 200 Kategorien, insbesondere Solarmodule, Solarzellen, Wechselrichter (Inverter) sowie Silizium-Wafer.
  • Batteriespeicher: Für Lithium-Ionen-Akkus und Energiespeicher sinkt der Satz am 1. April zunächst von 9 Prozent auf 6 Prozent, bevor er 2027 ganz entfällt.

Ab April startet die Schweiz schärfere Pyrotechnik-Regeln

Öffentlich zugängliche Räume in der Schweiz dürfen ab dem 1. April nicht mehr für Pyrotechnik genutzt werden. Ein Gremium der Baudirektorinnen und -direktoren aus allen 26 Kantonen einigte sich darauf. Damit zogen sie erste Lehren aus der Brandkatastrophe von Crans-Montana, bei der 41 Menschen starben und Dutzende verletzt wurden. In der Silvesternacht hatte dort eine Partyfontäne Schaumstoff an der Decke entzündet.

Österreich warnt ab April Verbraucher vor Mogelpackungen

Ab dem 1. April werden Konsumenten in Österreich mit Warnhinweisen über schrumpfende Packungsinhalte informiert. Immer dann, wenn weniger Inhalt zum gleichen Preis angeboten wird. Händler sind verpflichtet, ihre Kunden über einen Zeitraum von 60 Tagen zu informieren, wenn die Füllmenge eines Produkts bei unveränderter Packungsgröße gesunken ist und der Preis nicht angepasst wurde. Bei Vergehen können Strafen von bis zu 15.000 Euro verhängt werden. Auch in Deutschland wird eine Debatte über mehr Transparenz bei versteckten Preiserhöhungen geführt.

Ab 10. April: Digitales Grenzsystem innerhalb der EU für Drittstaatenangehörige

Ab dem 10. April werden Ein- und Ausreisen von Drittstaatenangehörigen in die EU ausschließlich digital erfasst. Statt eines Passstempels erfolgt die Dokumentation bei Personen, die keine EU-Bürger sind, dann digital durch biometrische Daten wie Fingerabdruck und Gesichtserkennung.
Mit dem 12. April endet eine Übergangszeit von sechs Monaten. Das System wurde bereits am 12. Oktober 2025 eingeführt. Das digitale System für Ein- und Ausreisen (EES) soll nun "an allen Grenzübergangsstellen vollständig eingesetzt" werden, wie die Europäische Kommission auf ihrer Website bekannt gibt.

Ende April neue "Miles & More"-Kreditkarte notwendig

Für die Kunden des Lufthansa-Bonusprogramms "Miles & More" endet die bisherige Kreditkarte: Spätestens am 30. April ist die Gültigkeit der Karten der Deutschen Kreditbank (DKB) abgelaufen. Um auch in Zukunft beim Bezahlen Meilen zu sammeln und die bislang gesammelten Meilen der Kreditkarte zuzuordnen, ist ein Wechsel zur neuen Kreditkarte der Deutschen Bank notwendig. Allerdings ist dafür ein neuer Antrag mit Bonitätsprüfung und persönlichen Angaben erforderlich.